Chronik

Kleine Chronik
des

Musikverein "Harmonie" Weyer


gegründet am 1. August 1952
(zusammengestellt von Heinz Schmitz im Juli 2002)

Das erste Musikfest


Lupe

Festzug beim Musikfest 1957

von links: Matthias Schallenberg, Clemens Stoffels, Peter Huth, Peter Valder, Johann Rosenzweig, Ludwig Müllenborn, Heribert Vossel, Alfons Stoffels, Franz Josef Strunk, Heinz Schmitz, Karl Josef Zingsheim, Werner Josef Schmitz, Heinrich Josef Schmitz

Aus Anlass des 5-jährigen Bestehens fand am 23.6.1957 das erste Musikfest statt. Die Gastvereine ließen sich damals noch an einer Hand abzählen: Es nahmen die Musikvereine von Zingsheim, Glehn und Bleibuir teil. Den Festzug vergrößerten die Ortsvereine von Weyer: der Männergesangverein "Cäcilia”, der Theaterverein "Drei Lilien” und der Sportverein "Concordia”.

Die Einnahmen von diesem Musikfest betrugen 491,21 DM. Nach Abzug aller Kosten blieb allerdings nicht mehr viel übrig. So lesen wir z.B. im Protokollbuch-Eintrag vom 7.11.1957, dass "der Kassenbestand soeben ausreicht, ein altes reparaturbedürftiges Flügelhorn instand setzen zu lassen."

Der Kassenbestand betrug zu diesem Zeitpunkt ca. 70,- DM und nach Begleichen der Reparatur-Rechnung und den Einnahmen vom Silvesterball, der auch vom Musikverein veranstaltet wurde, zum Jahresanfang 1958 noch 77,40 DM.



Riiiiiisiko

 

Mit diesem sagenhaften Kassenbestand wurde auf Initiative des damaligen Kassierers Karl Josef Zingsheim am 19.1.1958 eine Karnevalssitzung mit den legendären "Vier Botzeaus Köln (siehe rechts) veranstaltet. Diese bekamen aber 400,- DM für ihren Auftritt und der Vorstand war sich im Klaren darüber, dass jeder seinen Beitrag leisten musste, falls man mit den Einnahmen nicht auskommen würde.

Es musste also ein für damalige Verhältnisse sehr hohes Eintrittsgeld von 2,- DM erhoben werden. Trotzdem war der Saal mit über 350 Personen mehr als überfüllt und der Musikverein machte nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von 162,- DM.

 

Ein schlagkräftiger Verein


Zum Jahreswechsel 1959/1960 veranstaltete der Musikverein wieder einen Silvesterball, diesmal mit Verlosung. Bei den Verlosungs-Gegenständen befand sich u. a. ein Kartoffelstampfer aus Holz.

Der Gewinner dieses Stampfers ging stolz zur Theke und schlug damit zum Scherz einem Gast auf den Kopf. Das war dann der Auslöser für eine handfeste Schlägerei.

Punkt 24:00 Uhr zum Jahreswechsel flogen mehrere Gäste durch die geschlossene Gasthaustür auf die Straße. Dort ging die Schlägerei dann weiter. Endergebnis: mehrere Personen mussten ärztlich behandelt werden, zwei davon sogar im Krankenhaus in Mechernich.



Weitere Begebenheiten

Lupe

Beim Musikfest 1960

Am 31.7.1960 fand das zweite Musikfest statt, einen besonderen Anlass (außer acht-jähriges Bestehen) gab es nicht. Es nahmen aber immerhin schon vier Gastvereine teil: Zingsheim, Glehn, Bleibuir und Lessenich.
Den Festzug "verlängerten” wieder die Ortsvereine. Als Besonderheit führte der Musikverein diesmal am Sonntagmorgen um 6:00 Uhr ein "musikalisches Wecken der Dorfbevölkerung” durch: an mehreren Punkten im Ort wurden lautstark zünftige Märsche geblasen.

Aufgrund der Einnahmen von diesem Musikfest erhielten im Jahre 1961 alle Vereins-Mitglieder ein Vereinsabzeichen zum Anstecken. 25 solcher Anstecknadeln kosteten damals immerhin 99,50 DM. Jedes Mitglied musste einen Beitrag von 2,50 DM zahlen, die Differenz zahlten dann Musikverein und Vereinswirt je zur Hälfte.

Lupe

Hochzeitsständchen bei K.J. Zingsheim (Okt. 1960)

Viele Jahre lang hatte H. J. Schmitz die zuständigen Stellen bedrängt, in Weyer ein Kriegerehrenmal zu errichten. Nachdem dies endlich geschehen war, wurden im November 1961 erstmals auf Initiative des Musikvereins alle Ortsvereine aktiviert um gemeinsam zum Volkstrauertag am Kriegerehrenmal eine Gedenkfeier zu gestalten.

Zum Musikfest aus Anlass des 10-jährigen Bestehens im Jahre 1962 waren trotz vieler Besuche bei anderen Vereinen leider wieder nur 3 Gastvereine gekommen: Lessenich, Bleibuir und Glehn. Wie schon 1960 führte der Musikverein um 6:00 Uhr am Sonntagmorgen wieder ein musikalisches Wecken durch. So etwas wurde damals noch nicht als ruhestörender Lärm empfunden.

Seite | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9